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  Kopfläuse - Diagnose  
     
 
Diagnose:

Nach einer französischen Studie wird die Diagnose
in 95% der Fälle von den Eltern,
in 3% von ErzieherInnen,
in 1,5% vom Friseur
und nur in 0,5% der Fälle vom Arzt gestellt.

 

Die Diagnose wird sehr häufig durch den Nachweis der Eier gestellt,
weil die Betroffenen in 80% der Fälle nur wenige Läuse beherbergen. Allerdings sind zu Beginn der Infektion kaum Eier vorhanden und man muss den Kopf gründlich nach Läusen absuchen.
Man muss man jedoch zwischen entwicklungsfähigen und abgestorbenen Eiern bzw. leeren Eihüllen unterscheiden:

Entwicklungsfähige Eier

sind im Haar durch ihre unscheinbar gelb-braune Färbung schwerer zu finden.
Sie haften am Haar meist nahe der Kopfhaut.
Sie unterscheiden sich von Kopfschuppen oder eingetrockneten Resten von Haargel oder Haarspray dadurch, dass sie sehr fest am Haar haften und nur schwer abgestreift werden können.
Die Eier kleben außerdem in einem spitzen Winkel an einem Haar und haben alle dieselbe ovale Form. Haarsprayreste und Schuppen sind dagegen von unregelmäßiger Form und können leicht abgestreift werden. Besonders gut sind die Eier der Läuse hinter den Ohren sowie in der Schläfen- und Nackengegend zu entdecken.

Die leeren Eihüllen

sind leichter zu entdecken. Sie schimmern auffällig weißlich.
Eihüllen, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, sind in der Regel leer. Sie sprechen - zumal wenn zuvor schon behandelt wurde - für einen "Zustand nach Kopflausbefall" ohne Ansteckungsfähigkeit. Kopfläuse legen ihre Eier nämlich 1-2 mm entfernt von der Kopfhaut ab. Da die Larven nach 6-10 Tagen schlüpfen und das Haar etwa 1cm im Monat wächst, sind Eihüllen, die weiter als 1 cm von der Kopfhaut entfernt sind, leer, die Larven sind bereits geschlüpft. Unter dem Mikroskop kann man sehen, dass der Deckel der Eikapsel fehlt. Er wird beim Schlüpfen der Larven abgestoßen.

Dunkle Eihüllen mit Deckel,

die weiter als 1 cm zur Kopfhaut entfernt sind, sind abgestorben und stellen ebenfalls keine Gefahr dar.

Findet man also lebende Läuse, Larven oder Nissen, die weniger als 1cm von der Kopfhaut entfernt sind, ist eine Behandlung erforderlich. Findet man nur Nissen in mehr als 1 cm Abstand von der Kopfhaut, handelt es sich um eine durchgemachte, nicht mehr behandlungsbedürftige Infektion. Der Abstand der Eier von der Kopfhaut ermöglicht so eine Abschätzung über den Beginn der Erkrankung.

Es gibt 2 Möglichkeiten, den Kopf auf Kopfläuse zu untersuchen:

Die erste Möglichkeit ist die visuelle Untersuchung.

Zur Untersuchung scheitelt man das trockene Haar Strähne für Strähne mit einem Kamm auseinander und untersucht die Kopfhaut und den kopfnahen Teil der Haare. Wichtig ist systematisch vorzugehen und keinen Bereich zu überspringen. Eine Lupe und eine gut Beleuchtung erleichtern das Auffinden der Läuse. Besonders gründlich sind die Haare in der Schläfen-, Ohren und Nackengegend zu untersuchen. Typischerweise finden sich auf dem Kopf eines Kindes nur einige wenige Läuse und es dauert entsprechend lang, bis der erste Parasit entdeckt wird. Häufiger als die Läuse selbst, findet man die Eier (Nissen). Sie sind mit dem Auge als kleine Punkte sichtbar.

Die 2. Möglichkeit wird zurzeit von den Gesundheitsämtern empfohlen. Man kämmt die feuchten Haare mit einem Läusekamm aus.

Zuerst werden die Haare mit einem normalen Kamm gekämmt, um Knötchen zu entfernen. Dann feuchtet man die Haare mit Wasser und einer Haarpflegespülung an und kämmt dann Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm aus. (siehe Foto oben)
Man nimmt eine Haarsträhne zwischen Daumen und Zeigefinger und spannt sie vom Kopf weg. Der Nissenkamm wird direkt am Haaransatz angesetzt und durch die Strähne bis zum Ende gezogen. Nach jedem Kämmen sollte der Kamm sorgfältig auf Läuse untersucht werden, durch wiederholtes Abstreifen auf einem hellen Handtuch oder Küchenkrepp. Wenn keine Spülung mehr im Kamm hängen bleibt, geht man zur nächsten Partie über. Die behandelte Strähne wird mit einer Haarspange zur Seite gelegt und die nächste Strähne genommen. Wenn das Haar vollständig durchgekämmt ist, löst man alle Haarklammern und spült das Haar mit klarem, warmem Wasser aus.

Das Auskämmen ist um den Faktor 3 genauer als die visuelle Inspektion.
Beide Verfahren sind zeitaufwendig, weil bei 80% der Patienten nur wenige Läuse (max. 10 Läuse) vorhanden sind.

 

Literatur

  1. Das Robert Koch-Institut (RKI)
  2. Institut für Parasitologie des Universitäts Klinikums Bonn
  3. Institut für Mikrobiologie und Hygiene, Charité Universitätsmedizin Berlin

Datum der erstmaligen Einstellung: 24.05.2008

 
 
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