Flensburger Straße 61
   24837 Schleswig
   Tel.: 04621 988055
Öffnungszeiten:   
Mo - Sa: 8:00 - 20:00   
  Was sind Läuse?  
   

Wenn wir sagen, jemand hat Läuse, dann ist das etwas ungenau.
Es gibt nämlich 3 Arten von Menschenläusen:
Alle Menschenläuse sind extrem wirtsspezifisch, d.h. sie trinken nur Menschenblut und können sich daher auf keinem anderen Säugetier vermehren.

 
Es gibt die Filz- oder Schamlaus (Phthirus pubis)
Sie ist mit ca. 1 mm Länge die kleinste Läuseart.
Sie bevorzugt Körperregionen, in denen viele Schweißdrüsen sitzen, also Schamhaarbereich, Achselhöhlen und Brustbehaarung.
Sie wird vor allem durch Geschlechtsverkehr übertragen, durch Berührung der Haare. Filzlausbefall scheint daher weniger ein hygienisches Problem zu sein, sondern hängt von der sexuellen Aktivität (z.B. häufig wechselnde Geschlechtspartner, Single, Homosexualität) ab. Manchmal können diese Läuse auch über Kleidung oder durch Bettwäsche übertragen werden.
Der Stich der Filzlaus verursacht starken Juckreiz (allergische Reaktion) und kleine Blutergüsse an der betroffenen Hautpartie.
Filzläuse übertragen keine Krankheiten.
Wenn sie vom menschlichen Körper getrennt sind, sterben sie spätestens nach 24 Stunden.
Dann gibt es noch die Kleiderlaus (Pediculus humanus corporis)
Sie ist relativ groß, nämlich ca. 4 mm lang.
Sie sitzt besonders an der warmen Innenseite der Kleidung, an den Säumen und Nähten. Das Weibchen klebt die Eier an die Nähte der Kleidung oder an die Körperbehaarung, i.d. R. jedoch nicht ins Kopfhaar.
Die Übertragung erfolgt bei engem Körperkontakt direkt von Mensch zu Mensch oder gemeinsam genutztes Bettzeug, Handtücher und Bekleidung, besonders häufig unter Obdachlosen. Die Kleiderlaus ist die einzige Laus, die durch mangelnde Hygiene verbreitet wird, wenn also Körperwäsche und vor allem regelmäßiges Wechseln und Waschen von Kleidung nicht möglich ist. Kleiderläuse sind daher bei uns zur Zeit sehr selten zu finden.
Das erste Anzeichen ist meist ein ungewöhnlich starker Juckreiz.
Wenn Kleiderläuse beim Kratzen zerdrückt und in die Haut eingekratzt werden, können sie Bakterien übertragen, die das Läuserückfallfieber auslösen. Fleckfieber wird über Läusekot übertragen, der in die Haut eingekratzt wird. Für Napoleons und Hitlers Armeen wurde das Fleckfieber während der Russlandfeldzüge zu einem ernsthaften Problem. Die Kälte zwang die Soldaten, ihre Kleidung permanent zu tragen. Außerdem nutzten sie Kleidungsstücke Gefallener, um sich notdürftig warm zu halten.
Körperläuse sind viel robuster als Kopfläuse, weil sie gewohnt sind, einige Zeit vom Wirt getrennt zu leben, wenn wir unsere Kleidung abends ablegen. Sie ertragen daher Hungerperioden bis zu einer Woche und sind auch gegenüber Kälte resistenter. Hier besteht auch Ansteckungsgefahr über Möbel und Teppiche. Verlauste Zimmer müssen daher mit einem Insektizid ausgenebelt werden.
Sehr häufig finden wir in Deutschland die Kopflaus (Pediculu. humanus capitis)
Ausgewachsene Kopfläuse sind 2,1-3,3 mm lang, so groß wie ein Sesamsamen, also zwischen Filz- und Kleiderläusen. Sie haben einen länglichen Körper und sind am Rücken und Bauch abgeflacht. Sie sind schwer zu entdecken, weil sie sich der Haarfarbe des Trägers anpassen. Außerdem ist ihre Farbe von der Nahrungsaufnahme abhängig. Nach der Nahrungsaufnahme (Hämoglobin) sind sie rötlich-braun, sonst eher grau.
Sie leben ständig auf dem Kopf ihres Wirtes und verlassen ihn nicht freiwillig, denn er bietet alles, was Kopfläuse brauchen: Haare zum Festklammern und Klettern, Wärme und Nahrung, nämlich Blut. Sie sind Wärme- und Kälteflüchter und sind angepasst an ein Temperaturoptimum von 28-32°C. Sehr hohe Temperaturen trockenen die Tiere aus, tiefe Temperaturen unterbrechen den Lebenszyklus. Unter 22°C und über 32°C schlüpfen keine Larven mehr.
Am liebsten leben sie im dichten Haarbewuchs am Hinterkopf, in der Nackenregion und hinter den Ohren. Bei Erwachsenen mit massivem Befall können gelegentlich auch andere behaarte Stellen des Oberkörpers, wie Bart, Augenbrauen und Achselhaare betroffen sein.
In erster Linie bekommt man Kopfläuse durch direkten Kontakt, durch Überwandern von einem Kopf zu anderen. Über Gegenstände werden sie dagegen, wenn überhaupt, sehr selten übertragen. Im Unterschied zu den Kleiderläusen verbreiten sie sich auch unter guten hygienischen Bedingungen sehr leicht. Kopfläuse kann also jeder bekommen, genau so wie einen Schnupfen.
Auch Kopfläuse können die oben genannten Krankheiten übertragen, allerdings nicht in unseren Breiten. Insofern sind Kopfläuse harmlos.
Kopfläuse müssen mit ihrem Stech-Saugrüssel alle 4-6 Stunden (4-6 * täglich) Blut saugen, sonst trocknen sie allerspätestens nach 3 Tagen (je nach Temperatur) aus.
Läuse, die sich außerhalb eines Kopfes befinden, sind meist krank oder alt und stellen meist keine Gefahr dar.
   Literatur
  1. Das Robert Koch-Institut (RKI)
  2. Institut für Parasitologie des Universitäts Klinikums Bonn
  3. Institut für Mikrobiologie und Hygiene, Charité Universitätsmedizin Berlin

Datum der erstmaligen Einstellung: 24.05.2008

 
 
Gesundheits-
Informationen

 
Alles über Läuse:
Was sind Läuse?
Lebenszyklus
Infektionsweg
Symptomatik
Diagnose
Therapie - Auskämmen
Therapie - Präparate
Vorgehensweise
Therapieversagen
Prophylaxe
 
Zeitschriften
 
Zuzahlungen
 

 
Service:
 
Unsere Kundenkarte
 
Payback-Punkte
 
Notdienst
 

 
Aktionstage:
 
2004: Tee
 
2005: Badesalz
 
2006: Brausepulver
 
2007: Gummibärchen
 
2008: Lakritzherzen
 
2009: Seife
 

Über uns
 
Kontakt
 
Lageplan
 
Impressum