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Infektionsweg
Kopfläuse sind flügellose Insekten.
Sie haben 3 Paar sehr kräftige,
mit Krallen versehene Beine,
mit denen sie sich gut an den Haaren festhalten und fortbewegen können
(Klammergreifer). Dabei
wirken 2 nebeneinander liegende Krallen wie eine Öse, in die die Haare praktisch eingefädelt werden.
Sie sind also gute Kletterer.
Läuse können aber mit ihren
Klammerbeinen nicht springen, fliegen,
schwimmen oder größere Strecken außerhalb des Wirtes zurücklegen.
Die hakenförmigen Füße machen es
ihnen schwer, sich auf etwas anderem als menschlichem Haar zu bewegen.
Läuse neigen von ihrer Natur her nicht dazu,
ihren Lebensraum, den behaarten Kopf, zu verlassen!
Wenn eine Übertragung erfolgt,
so hauptsächlich direkt von Mensch zu Mensch durch Überwandern der Parasiten von Haar zu Haar
("Haar-zu-Haar-Kontakt").
Dazu ist ein sehr enger und längerer Kontakt zwischen dem Kopfhaar von
zwei Personen notwendig. Beim gemeinsamen Lesen eines Buches, beim Spielen oder beim Kuscheln mit
Freund oder Freundin krabbeln die Tiere von einem Kopf zum nächsten. In Schulen fand man daher
häufiger Läuse bei Kindern, die in Gruppen lernten, als bei Kindern, die einzeln an ihren
Schultischen saßen. Kopflausbefall hat also nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Enge
zwischenmenschliche Kontakte begünstigen die Verbreitung von Kopfläusen.
Gelegentlich ist die Übertragung aber auch indirekt
möglich über Gegenstände, die mit den Haaren in Berührung kommen
und die innerhalb einer kurzen
Zeitspanne gemeinsam benutzt werden (Kämme, Haarbürsten, Haargummi, Schals, Kopfbedeckungen,
Kuscheltiere - u.U. bis hin zum Fahrradhelm, Kopfunterlagen u.a.)
In einer Studie untersuchte man
die Kopfbedeckungen von 1000 Kindern. Man fand nicht eine einzige Laus, jedoch 5500 auf der
Kopfhaut der Kinder. Nur bei 2 von 48 stark verlausten Personen fand man lebende Läuse auf
den Kopfkissen. Es wurden keine Läuse auf dem Boden und den Möbeln von 118 Klassenzimmern,
jedoch insgesamt 14 003 Läuse auf den Köpfen der 2230 SchülerInnen.
Vorkommen:
Kopfläuse kommen weltweit vor.
In Europa liegt das Häufigkeitsmaximum im Sommer.
Das gehäufte
Auftreten nach den Sommerferien liegt also nicht unbedingt an einer erhöhten Ansteckungsgefahr
bei Auslandsreisen, sondern spiegelt eher eine jahreszeitliche Häufigkeitsschwankung wider.
Kopfläuse können aber während aller Jahreszeiten gehäuft auftreten, wenn ihre Verbreitung durch
mangelnde Kooperation oder unzureichende Behandlung begünstigt wird.
Kopflausbefall ist eindeutig eine Kinderkrankheit.
Am häufigsten werden Kinder im Alter von 4 bis 10
Jahren befallen.
Meist sind dann auch die Familienangehörigen betroffen. Es ist nach den
Erkältungskrankheiten vermutlich die zweithäufigste ansteckende Erkrankung im Kindesalter. Nach
Schätzungen macht jedes 3. Kind bis zur Volljährigkeit mindestens einmal Bekanntschaft mit Läusen.
Mädchen sind 2- bis 10-mal häufiger betroffen
als Jungen.
Das liegt am geschlechtsspezifischen Verhalten. Bei Jungen ist direkter Kopfkontakt
meist kurz, zum Beispiel bei Raufereien, wohingegen Mädchen häufig lange und enge Kontakte pflegen.
Die Haarlänge selbst oder die Beschaffenheit des Haares
sind dagegen ohne Bedeutung.
Ansteckungsfähigkeit:
Ansteckungsfähigkeit ist gegeben, solange die Betroffenen
mit geschlechtsreifen, also erwachsenen Läusen befallen und noch nicht behandelt sind.
Läuse, die sich außerhalb eines Kopfes befinden, z.B. auf Kissen oder Kämmen, verhungern
spätestens nach 3 Tagen.
Von Larven geht zunächst keine akute Ansteckungsgefahr aus.
Sie verlassen in den ersten sieben
Tagen ihren Wirt nicht.
Nissen sind grundsätzlich nicht ansteckend.
Sie stellen allenfalls eine später mögliche
Ansteckungsgefahr dar. Allerfrühestens nach 1 Woche können daraus geschlechtsreife Läuse entstehen.
Von Nissen, die sich außerhalb des Kopfes befinden, also z.B. auf einem Haar, geht sowieso keine
Ansteckungsgefahr aus. Aus ihnen schlüpfen normalerweise keine Larven mehr.
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